Eine hochrangige EU-Konferenz "Gemeinsam für Psychische Gesundheit und Wohlbefinden" fand am 13. Juni 2008 in Brüssel statt und begründete den "Europäischen Pakt für Psychische Gesundheit und Wohlbefinden". Sowohl die Konferenz als auch der Pakt folgten auf die Anhörung zum Grünbuch über psychische Gesundheit, das die EU-Kommission im Herbst 2005 vorgelegt hatte.
Der Pakt ist ein Symbol für die Chancen und Herausforderungen im Bereich der psychischen Gesundheit. Vor allem angesichts der Tatsache, dass
- schätzungsweise 11 % der Europäer jedes Jahr eine psychische Erkrankung erleiden;
- Selbstmord eine der Hauptursache vorzeitiger Todesfälle in Europa ist. Insgesamt wurden im Jahre 2006 58.000 Todesfälle registriert, davon standen 90 % der Selbsttötungen im Zusammenhang mit psychischen Störungen.
- etwa 50 % der psychischen Störungen in der Jugend beginnen.
- im Jahre 2004 die volkswirtschaftlichen Kosten der Depressionen in der EU auf ca. 235 Euro pro Einwohner bzw. 118 Milliarden Euro in den EU-Mitgliedsländern beziffert wurden. Die Kosten für die Gesundheitssysteme sowie durch Fehlzeiten am Arbeitsplatz, Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung stellen eine immer größere Herausforderung dar.
- die altersbedingten psychischen Störungen, wie Demenz als auch Depressionen aufgrund geringerer sozialer Unterstützung, zunehmen.
- psychische Erkrankungen in der Gesellschaft immer noch mit Tabuisierung und Stigmatisierung verbunden sind.
Der Europäische Pakt trägt damit der zunehmenden Bedeutung psychischer Gesundheit Rechnung und konzentriert sich auf folgende fünf Themenbereiche:
- Vorbeugung von Selbstmord und Depression
- Psychische Gesundheit in den Bereichen Jugend und Bildung
- Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz
- Psychische Gesundheit bei älteren Menschen
- Bekämpfung von Stigma und Sozialer Ausgrenzung
Mit den verstärkten EU-Bemühungen soll die Problematik psychischer Erkrankungen stärker in den gesundheits-, sozial- und wirtschaftspolitischen Blickpunkt gerückt und Möglichkeiten zum Austausch und zur Zusammenarbeit zur gemeinsamen Bewältigung geschaffen werden.
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