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Chronische Krankheiten schaden den Unternehmen und bedrohen die wirtschaftliche Nachhaltigkeit

Die Inzidenz chronischer Krankheiten wächst mit erstaunlicher Geschwindigkeit. Weltweit repräsentierten sie mehr als die Hälfte (57 %) der jährlichen Todesfälle. In den nächsten 20 bis 25 Jahren wird sogar noch ein Anstieg von 23 % erwartet, während die Zahl der Todesfälle aufgrund anderer Ursachen bis 2030 annähernd stabil bleiben werden. Die Ausbreitung chronischer Krankheiten geschieht trotz der Tatsache, dass diese im hohen Maße vermeidbar sind. Während die Belastungen durch chronische Krankheiten in den Industrieländern nach wie vor am größten sind, weisen aufstrebende Wirtschaftsländer, aufgrund der Globalisierung und des sich ausweitenden Einflusses der westlichen Lebensführung, vergleichbare Zuwachsraten auf.

PricewaterhouseCoopers und das World Economic Forum warnen in ihrem Bericht "Working Toward Wellness: The Business Rationale" davor, dass im Laufe der nächsten 25 Jahre chronische Krankheiten das verfügbare Arbeitskräfteangebot und u. a. Rücklagen, Investitionen verringern usw., was schlussendlich auch Konsequenzen für die Kapitalmärkte nach sich ziehen wird. Er hebt weiterhin hervor, dass in einer voneinander abhängigen Weltwirtschaft chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Atemwegserkrankungen eine bedeutende gesellschaftliche Belastung darstellen, die nicht nur zunehmend die Gesundheitssysteme sondern auch die wirtschaftliche Nachhaltigkeit bedrohen.

Chronische Krankheiten verursachen im Gesundheitswesen hohe Kosten
Die steigenden direkten und indirekten Kosten für chronische Krankheiten belasten Unternehmen zunehmend. Menschen mit chronischen Krankheiten sind für die Mehrheit der nationalen Gesundheitsausgaben und schätzungsweise 40% der gesamten Fehlzeiten verantwortlich. Die Auswirkungen chronischer Erkrankungen stellen eine zunehmende Belastung für die Gesundheits- und Versorgungssysteme dar, die sich verstärkt auch auf Unternehmen und ihre Mitarbeiter auswirkt (z. B. durch erhöhte Steuern, Beiträge usw.). Ein Grund dafür ist unter anderem, dass sich die Gesundheitskosten für Menschen mit mehr gesundheitlichen Risiken im Verhältnis zur Anzahl der Risiken erhöhen, sogar ohne dass ein chronisches Krankheitsbild besteht.

Die Produktivitätsverluste im Zusammenhang mit chronischen Krankheiten sind sogar noch größer
Bei den auf dem Bericht basierenden Analysen wurde festgestellt, dass Produktivitätsverluste durch Arbeitnehmer, die an chronischen Krankheiten leiden, die Behandlungskosten um 400 % übersteigen. Dieser Prozentsatz geschätzter Produktivitätsverluste berücksichtigt unter anderem die aus chron. Krankheiten resultierenden Erwerbsunfähigkeiten, Präsentismus, verminderte Arbeitsleistung, zunehmende Unfallhäufigkeiten und die negativen Effekte auf die Arbeitsqualität oder den Kundenservice. Die Determinanten gesundheitlich bedingter Produktivitätsverluste sind verschieden, gehen aber weit über die Behandlungskosten hinaus. Depressionen, Müdigkeit und Schlafstörungen, häufige Begleitsymptome chronischer Krankheiten, haben hierauf den größten Einfluss. Wie bei den Kosten für die medizinische Versorgung vervielfachen mehr Risikofaktoren die Produktivitätsverluste.

In vielen Schwellenländern tragen darüber hinaus fehlende wirksame medizinische Behandlungen dazu bei, dass eine hohe Zahl von „produktiven" Lebensjahren verloren geht. Länder wie Brasilien, China, Russland und Indien verlieren derzeit jährlich 20 Mio. „produktive Lebensjahre“ durch chronische Krankheiten. Dies birgt in einem hochgradig voneinander abhängigen Wirtschaftssystem auch Gefahren für die bereits belasteten Systeme in den industrialisierten Gesellschaften.

Investitionen in arbeitsplatzbezogene Wellness-Maßnahmen können das Humankapital positiv beeinflussen
Vor dem Hintergrund des zunehmenden Arbeitskräftemangels ist das Humankapital auf globaler Ebene eine immer knapper werdende organisatorische Ressource. Die Nachfrage nach qualifizierten Menschen nimmt zu und das Altern der Belegschaften verschärft diese Situation zusätzlich. Die in dem Bericht aufgestellten Analysen ergaben, dass Organisationen um US $ 1000 Einnahmen zu generieren durchschnittlich US $ 290 an Personalkosten investieren müssen, und weil die Personalkosten stetig steigen, ist darin eine bedeutende Möglichkeit zu sehen, den Return on Investment über die Beschäftigten zu verbessern. Durch die Unterstützung Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter länger im Arbeitsleben zu halten und weiter am produktiven Leben teilhaben zu lassen, können Organisationen sich dieses im Sinne einer Wertanlage sichern.

Ferner sind Organisationen, die zeigen, dass sie die Gesundheit als Wert verstehen mit Wahrscheinlichkeit eher in der Lage, Mitarbeiter zu gewinnen, zu halten und zu motivieren.

Nachhaltigkeit durch die Epidemie chronischer Krankheit bedroht
Die „Epidemie“ chronischer Krankheiten - ein Produkt der Umwelt und von Verhaltensweisen - ist ein soziales Phänomen, das ebenso weit verbreitet und vermeidbar ist, wie die globale Erwärmung, Infektionskrankheiten, Armut, Terrorismus usw. Tatsächlich sind viele dieser Themen eng mit dem Thema ‚chronische Krankheiten’ verbunden.

Angesichts der zunehmenden weltweiten Verbreitung chronischer Krankheiten und neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse, dass arbeitsplatzbezogene Wellness-Programme wirksam zur Reduzierung des Krankheitsrisikos beitragen können, legt der Bericht nahe, dass Unternehmen ein begründetes Interesse an entsprechenden Programmen haben sollten. Unternehmen, die das bereits erkannt haben, bestätigen, dass es ein Weg ist, einerseits ihrer sozialen Verpflichtung nachzukommen, der andererseits aber auch die Loyalität der Mitarbeiter verbessert, die Leistungsfähigkeit steigert, eigene krankheitsbedingte Kosten senkt sowie die eigene Attraktivität als Arbeitgeber erhöht.

Unternehmen können also großen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Beschäftigten nehmen, indem sie ihren Fokus auf die Stärkung gesundheitsförderlicher Aspekte ihrer Beschäftigen lenken, als auf deren Krankheiten. Und, nicht nur Unternehmen mit Häufungen im Auftreten von chronischen Krankheiten sollten präventiv u. intervenierend eingreifen, sondern alle Unternehmen müssen verstehen, dass es sich bei der Bekämpfung chronischer Krankheiten um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe handelt.


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