1. Angaben zum Unternehmen und zum Anlass der Gesundheitsaktivitäten

Die Freie Universität Berlin ist als Ort des Lehrens, Lernens und Forschens mit 6.117 Beschäftigten und 32.160 Studierenden einer der größten Arbeitgeber in Berlin. Betriebliche Gesundheitsförderung hat an der Freien Universität Berlin eine lange Tradition und mündete im Jahre 2005 in die Implementierung eines ganzheitlich angelegten Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Anlass für die Einrichtung eines nachhaltigen Gesundheitsmanagements sind und waren vielfältige Veränderungsprozesse innerhalb der Hochschule, die den Beschäftigten der Freien Universität Berlin ein hohes Maß an Flexibilität, Engagement und Belastbarkeit abfordern, so z.B. die Einführung der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge, neue Arbeitstechnologien sowie die generelle Verdichtung der täglichen Arbeitsprozesse.
2. Organisation und Ziele der betrieblichen Gesundheitsaktivitäten
Unter Leitung des Präsidiums tagt turnusmäßig der Steuerkreis FUndament Gesundheit, in dem neben dem Kanzler und Führungskräften der Personalabteilung alle Interessenvertretungen (Personalvertretungen, Frauenbeauftragte, Vertrauensperson der Schwerbehinderten) sowie der Betriebsärztliche Dienst, die Dienststelle Arbeitssicherheit, die Sozialberatung und der Leiter des Weiterbildungszentrums vertreten sind. Die dort getroffenen Vereinbarungen und Maßnahmen werden möglichst konsensual erzielt. So wird sichergestellt, dass alle Aspekte und Sichtweisen betrieblicher Gesundheitsförderung Berücksichtigung finden und wirksame Maßnahmen ergriffen werden können. Die Moderation wird von der externen Gesellschaft für Betriebliche Gesundheitsförderung übernommen. Die Finanzierung der Maßnahmen zur Gesundheitsförderung erfolgt über die Mittel der Hochschule und in Kooperation mit verschiedenen Krankenkassen. Entsprechend dem ganzheitlichen Ansatz sind die Aktivitäten sowohl verhaltens- also auch verhältnisorientiert und erfordern eine aktive Beteiligung aller Beschäftigtengruppen.
3. Maßnahmen
Neben einer für die universitätsinterne Öffentlichkeit zugänglichen Website, werden die Beschäftigten per Flyer, Rundschreiben und Informationsveranstaltungen über das Betriebliche Gesundheitsmanagement und die vereinbarten Maßnahmen informiert.
Jährlich werden die Krankenkassen mit dem höchsten Versichertenanteil gebeten, Daten für die Erstellung eines Gesundheitsberichts zur Verfügung zu stellen. Die Freie Universität Berlin ist die einzige Institution, der es bislang gelungen ist, die Krankenkassen zu veranlassen, ihre Daten für diese integrierten Berichte zur Verfügung zu stellen.
Ein Fehlzeitenmanagement befindet sich derzeit in der Erprobungsphase und soll nach einer Evaluation flächendeckend eingeführt werden.
Die vom Betriebsärztlichen Dienst und der Dienststelle Arbeitssicherheit durchgeführten Arbeitsplatzbegehungen und Arbeitsplatzanalysen sowie die regelmäßig erhobenen Unfallzahlen werden bei der Entwicklung von gesundheitsfördernden Maßnahmen ebenfalls berücksichtigt.
Ein weiteres wichtiges Analyse- und Steuerungsinstrument stellen die Mitarbeiterbefragungen dar, die bislang in vier Pilotbereichen durchgeführt wurden. In den Befragungen werden vor dem Hintergrund des salutogenen Ansatzes sowohl physische als auch psychische Arbeitsbelastungen abgefragt und den befragten Bereichen in Informationsveranstaltungen zurückgemeldet. Die aus den Ergebnissen abzuleitenden Maßnahmen werden sowohl im Steuerkreis konzipiert als auch gemeinsam mit den befragten Bereichen in Intensivzirkeln und Arbeitskreisen erarbeitet.
Bislang wurden unter anderem die im Folgenden aufgelisteten Maßnahmen zur Stärkung der Gesundheitspotentiale und Reduzierung der Gesundheitsgefährdungen eingeleitet bzw. ausgebaut. Die Maßnahmen sind für die Beschäftigten grundsätzlich kostenfrei.
4. Evaluation und Ergebnisse
Ob des Umfangs des angelegten Gesundheitsmanagements und der Vielfalt der daraus resultierenden Maßnahmen ist eine jährliche Evaluation zwar in Planung, jedoch noch nicht abgeschlossen.
Festzustellen ist jedoch, dass sich die Maßnahmen zur Gesundheitsförderung in einer verbesserten Kommunikation sowohl innerhalb der Arbeitsbereiche als auch gesamtuniversitär zwischen den einzelnen Status- und Interessengruppen widerspiegeln sowie in einer zunehmenden Sensibilisierung für die Aspekte gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen.
Weiteres Merkmal für eine erfolgreiche Umsetzung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements an der Freien Universität Berlin ist die verstärkte Wahrnehmung und Nachfrage des Programms zur Betrieblichen Gesundheitsförderung und Prävention. Die hiermit einhergehende Evaluation der Angebote fällt durchweg positiv aus.
Im weiteren Verlauf des Jahres 2007/2008 wird das Gesundheitsmanagement um die Aspekte eines Wissensmanagements sowie der Erarbeitung eines Konzeptes zum Umgang mit dem demographischen Wandel erweitert.
Der Wunsch der Hochschulleitung, die Zufriedenheit und Gesundheit der Beschäftigung zu stärken, spiegelt sich auch in der Bewerbung um die Zertifizierung „familienfreundliche Hochschule“ wider. Die hier verabredeten Maßnahmen zielen auf die Unterstützung aller Mitglieder der Universität ab. Die Freie Universität nimmt ihren gesetzlichen Auftrag und die damit verbundene gesellschaftliche Verantwortung ernst. Die Förderung von Gesundheitspotentialen spielt hierbei eine ebenso große Rolle wie die Förderung von Beschäftigten bzw. Studierenden mit familiären Verpflichtungen.
Move Europe-Partner „Freie Universität Berlin“ (PDF, 120 KB)