1. Angaben zum Unternehmen und zum Anlass der Gesundheitsaktivitäten

START Zeitarbeit NRW GmbH ist ein von einer breiten Gesellschafterbasis getragenes Zeitarbeitsunternehmen, das sich die Übernahme der Zeitarbeitnehmer durch Kunden in ein festes Beschäftigungsverhältnis zum Ziel setzt. START konzentriert sich hierbei insbesondere auf die Arbeitnehmerüberlassung und Vermittlung von Zielgruppen, darunter schwerbehinderte Menschen, Langzeitarbeitslose und Migranten. START ist mit rund 30 Niederlassungen in ganz NRW vertreten. Momentan sind 162 interne Mitarbeiter und rund 2800 Zeitarbeitnehmer bei START beschäftigt. START hat neben dem Arbeitsschutz auch die Gesundheitsförderung in die Unternehmensleitlinien aufgenommen und damit die Wichtigkeit des Themas im Unternehmensalltag unterstrichen. Die wachsende Bedeutung des Themas Gesundheit im Zusammenhang mit dem Erhalt und der Förderung der Beschäftigungsfähigkeit einerseits sowie der gesamtgesellschaftliche Auftrag, gesundheitliche Chancengleichheit zu schaffen andererseits, haben START dazu bewogen, die Gesundheitsförderung zu integrieren. Die Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit macht Gesundheitsförderung dringend erforderlich, gerade auch vor dem Hintergrund besonders belastender Arbeitsbereiche wie sie für große Teile der Zeitarbeit nach wie vor typisch sind. Die besondere Herausforderung für START besteht darin, Maßnahmen in einer dezentralen Unternehmensstruktur sowie für eine ständig wechselnde Arbeitnehmerschaft zu implementieren.
2. Organisation und Ziele der betrieblichen Gesundheitsaktivitäten
Die Leitung und Steuerung der Aktivitäten erfolgt zum einen durch die Geschäftsführung, zum anderen durch die Zuständigen in den Bereichen Arbeits-/Gesundheitsschutz und Gesundheitsförderung. Für die Gesundheitsförderung wurde dieses Jahr eine neue Stelle geschaffen. Dem Bereich Gesundheitsförderung steht ein eigenes Budget zur Verfügung. Die Niederlassungsleiter vor Ort haben ebenso Leitungsfunktion für niederlassungsbezogene Maßnahmen. Hierbei werden die Förderung der Eigeninitiative und die Wahrung der Selbständigkeit besonders berücksichtigt. Die Aktivitäten betreffen den internen Mitarbeiterbereich einerseits und alle externen Mitarbeiter (Zeitarbeitnehmer) andererseits. Bisher besteht eine unterschiedliche Einbindung der Aktivitäten in die Unternehmensstruktur. Einige Maßnahmen konnten bereits fest in die alltäglichen Unternehmensabläufe integriert werden. Weitere Aktionen sind in Planung und haben noch Projektcharakter. Langfristiges Ziel ist es jedoch, eine nachhaltige Einbindung aller Aktivitäten in die Unternehmensstruktur zu erreichen. Eine aktuelle Veranstaltungsreihe zum Thema „Gesundheit in Familie und Beruf“ bildet den Auftakt für weitere Schritte.
Gesundheitsförderung wird als ein ganzheitlicher Ansatz verstanden, der physische, psychische und soziale Faktoren gleichermaßen in den Blick nimmt. Verhaltensorientierte Maßnahmen werden durch verhältnisorientierte Maßnahmen ergänzt.
Ziel ist es einerseits, im internen Bereich Organisationsabläufe zu verbessern, Partizipation und Ressourcen zu stärken sowie Gesundheitskompetenzen zu fördern. Bei der Zielsetzung für die externen Mitarbeiter steht die Stärkung von Eigenverantwortung und Förderung der Gesundheitskompetenzen unter Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse dieser Zielgruppe im Vordergrund.
3. Maßnahmen
Maßnahmen für interne Mitarbeiter:
Durch eine Mitarbeiterbefragung im Juli 2006 wurde der Grad der Belastungen in Bezug auf Arbeitstätigkeiten, und -bedingungen erhoben. Hierzu zählten unter anderem auch soziale Beziehungen, Möglichkeiten der Einflussnahme und konkrete gesundheitliche Beschwerden. Die Auswertung dieser Befragung diente als Grundlage für einen Gesundheitszirkel, der bereits zwei Mal stattgefunden hat. In diesem Gesundheitszirkel berieten Vertreter aller internen Betriebsebenen gemeinsam, welche Verbesserungsmaßnahmen für bestehende Probleme gefunden und umgesetzt werden könnten. Die Mitarbeiterbefragung soll langfristig als Evaluationsinstrument für interne Maßnahmen eingesetzt werden.
START fördert in verschiedenen Bereichen gesundheitsbewusstes Verhalten. Der Kauf von Laufschuhen wird unter Nachweis einer Laufbandanalyse finanziell unterstützt. Jährliches Highlight für Laufbegeisterte ist die Teilnahme am Duisburger Unternehmenslauf Citi Run. In einem neuen Projekt wird durch die Bereitstellung von Obstkörben für Mitarbeiter die gesunde Ernährung gefördert.

Maßnahmen für externe Mitarbeiter (Zeitarbeitnehmer):
Angesichts der eingeschränkten Einflussmöglichkeiten von START auf die konkreten Arbeitsbedingungen in den Kundenunternehmen, liegt der Schwerpunkt auf Verhaltensprävention und Förderung der persönlichen Gesundheitskompetenzen. Für Zeitarbeitnehmer bietet START seit 2004 Gesundheitsfördergespräche an. In enger Kooperation mit Experten des LandesSportBundes (LSB) erhielten Disponenten die Befähigung, anhand eines gemeinsam erarbeiteten Gesprächsleitfadens diese Gespräche zu führen. Im Rahmen der Teilnahme an dem Modellprojekt „JobFit Regional – Gesundheitskompetenzförderung zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitssuchenden in NRW“ des BKK Bundesverbandes wurden weitere Disponenten für motivierende Gesundheitsgespräche qualifiziert. Schwerpunktmäßig geht es in diesen Gesprächen um Ernährung, Bewegung und Entspannung. Zur Bedarfsermittlung werden unter anderem Krankenstands- und Belastungsanalysen der Krankenkassen herangezogen. Ziel des Gesprächs ist es, einen individuellen Gesundheitsförderplan für den Zeitarbeitnehmer zu erstellen und ihn vor allem bei der Umsetzung seiner persönlichen Gesundheitsförderung durch Angebote von Kooperationspartnern und von START selbst zu unterstützen. In den nächsten Monaten startet eine Evaluationsphase, die umfassend den Einsatz dieser Gesundheitsfördergespräche bewerten soll, um eine kontinuierliche Verbesserung und Effektivität zu erreichen.
Außerdem planen die Niederlassungen vor Ort in Zusammenarbeit mit Krankenkassen, Betriebsärzten, Kundenunternehmen oder den lokalen Sportvereinen eigene Projekte. Hierzu zählen Lauftreffs, Kochkurse bzw. Ernährungsberatung. Ein Rahmenkonzept für diese Projekte dient für die Niederlassungsleiter als Orientierung. Fachliche Unterstützung und Beratung erhalten sie von den Zuständigen im Bereich Arbeits-/Gesundheitsschutz sowie Gesundheitsförderung.
Zentrale Maßnahmen:
In diesem Jahr führte START erstmalig eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Gesundheit in Familie und Beruf“ durch. An sechs Standorten waren interne Mitarbeiter, Zeitarbeitnehmer, Kundenunternehmen und Dienstleister zu den START Familientagen eingeladen. In Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern konnte ein vielseitiges Programm zusammengestellt werden, das durch eine Podiumsdiskussion und Vorträge abgerundet wurde. Angeboten wurden eine Gesundheitsrallye, sportliche Workshops, Programme zur Raucherentwöhnung, Ernährungsberatung, Informationsstände und jeweils ein Highlight (Drachenbootfahren, Rudern, Klettern, Bowling, Human Table Kicker). Eine Auftaktveranstaltung zu Beginn der Veranstaltungsreihe lud in einem tagungsähnlichen Rahmen zur Diskussion des Themas „Gesunde Zeitarbeit – Weg oder Widerspruch? Perspektiven einer gemeinsamen Aufgabe“ ein.
Ziele der Auftaktveranstaltung:
Ziele der Familientage:
4. Evaluation und Ergebnisse
Das zentrale Ergebnis der bisher durchgeführten Maßnahmen und Veranstaltungen ist die Sensibilisierung aller internen Mitarbeiter und der erreichten externen Mitarbeiter. Da den internen, in der Personalüberlassung tätigen Mitarbeitern eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung von Gesundheitsförderung für externe Mitarbeiter zukommt, ist dieses Ergebnis von nicht zu unterschätzendem Wert. Um eine ständige Verbesserung zu erreichen, wird eine in den nächsten Monaten durchgeführte Evaluationsphase die bisherigen Maßnahmen bewerten und auf ihre Bedürfnisorientierung hin prüfen. Die zentrale Frage dabei wird sein, ob die Mitarbeiter durch die Maßnahmen erreicht werden oder ob ein spezifischeres, zielgruppenorientiertes Vorgehen nötig ist. Hierbei stehen auch die Bildung und der Ausbau von Netzwerken im Fokus. Langfristiges Ziel ist es, ganzheitliche Gesundheitsförderung in den Unternehmensalltag in allen Unternehmensbereichen zu integrieren und Instrumente zur kontinuierlichen Evaluation zu entwickeln.
Move Europe-Partner „START Zeitarbeit NRW GmbH“ (PDF, 304 KB)
Weitere Informationen zu START Zeitarbeit NRW GmbH unter: www.start-nrw.de
Ansprechpartner:
Dr. Ulrich Jansen
(Mitglied der Geschäftsführung)
Tel.: 0203 29519-0
E-Mail: ulrich.jansen@start-nrw.de
Ulrike Sirch
(Verantwortliche Gesundheitsförderung)
Tel.: 0203 29519-55
E-Mail: ulrike.sirch@start-nrw.de