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"Stadtverwaltung Halle (Saale)"


1. Angaben zum Unternehmen/Organisation und zum Anlass der Aktivitäten

Logo: Stadt Halle

Halle an der Saale ist mit seinen ca. 236 000 Einwohnern die größte Stadt Sachsen-Anhalts und ein bedeutender kultureller und „grüner“ Technologie- und Wirtschaftsstandort. Die Stadtverwaltung ist mit 3200 Beschäftigten der größte Arbeitgeber der Region. Mit sechs Geschäftsbereichen, 23 Fachbereichen und fünf Eigenbetrieben sorgt sich die Stadtverwaltung um die Belange der Bürger. Ihre Dienstleistungen erstrecken sich von der Wirtschaftsförderung über die Sicherheit und Sauberkeit der Stadt bis hin zur Bildung, Gesundheit und der kulturellen und sportlichen Freizeitgestaltung der Bürger.Der Stadtverwaltung ist bewusst, dass dieses Dienstleistungsspektrum nur mit gesunden und motivierten Mitarbeitern gewährleistet werden kann und hat daher ein großes Interesse an der Erhaltung der Gesundheit seiner Mitarbeiter.


2. Organisation und Ziele der Aktivitäten
Im Jahr 2003 entstand das erste Konzept zum Gesundheitsmanagement, dass auf den Leitlinien der Luxemburger Deklaration basierte. Mit einem ausgebildeten Gesundheitsmanager begann im Fachbereich Organisation und Personalservice der Aufbau des betrieblichen Gesundheitsmanagement. Eine Dienstvereinbarung zum Gesundheitsmanagement zwischen dem Gesamtpersonalrat und der Oberbürgermeisterin wurde im Jahr 2004 abgeschlossen. Innerhalb der nächsten zwei Jahre erfolgte die Ausbildung zwei weiterer Gesundheitsmanager. Um effizienter Zusammenarbeiten zu können wurde 2007 dem Team Gesundheitsmanagement  der Arbeitssicherheitsdienst und der betriebsärztliche Dienst zugeordnet.

Gesundheitsmanagement der Stadt Halle

Dieses Team aus Gesundheitsspezialisten hat zum Ziel, die Gesundheit der Mitarbeiter zu erhalten und zu fördern und auf ein gesundes Führungsverhalten hinzuwirken. Insbesondere werden ein gesundheitsgerechtes Verhalten der Mitarbeiter und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen angestrebt.


3. Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung

Das Team Gesundheitsmanagement versteht sich als Dienstleister und bietet den Führungskräften und Mitarbeitern folgende Leistungen an:

  • Wiedereingliederung von behinderten, langzeitkranken und häufigkranken Mitarbeitern (Betriebliches Eingliederungsmanagement)
  • Psychosoziale Beratung in Krisen und Stresssituationen (Einzel - und Gruppenberatungen)
  • Suchtberatung und Suchtbegleitung
  • Arbeitsplatzanalysen und Gefährdungsbeurteilungen
  • Vorsorgeuntersuchungen, Raucherentwöhnungskurse
  • Differenzierte Krankenstandsanalysen
  • Durchführung von Projektarbeit zur Verbesserung der Gesundheit und des Arbeitsklimas
  • Konfliktmanagement und Mediation
  • Gesundheitsaufklärung zu bestimmten Themen
  • Organisation von Gesundheitstagen und Aktionen in Zusammenarbeit mit Krankenkassen
  • Zielgruppenspezifische Angebote
Stadt Halle: Zielgruppenspezifische Angebote

Sorgfältige Analysen des Ist-Zustandes bilden die Grundlage für Veränderungen. Als Analyseinstrumente kommen Arbeitssituations-, Gefährdungs- sowie Datenanalysen
(z. B. zum Krankenstand), Mitarbeiterbefragungen Workshops und die Ergebnisse aus Pflicht- und Vorsorgeuntersuchungen zum Einsatz.
In verschiedenen Fachbereichen wurden Projekte zum gesünderen Arbeiten durchgeführt. Dadurch verbesserten sich die Arbeitsbedingungen von Schulsekretärinnen, Politessen, Sozialarbeitern und Sachbearbeitern im Liegenschaftsamt und der Ausländerbehörde. Das Modellprojekt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Schulsekretärinnen wurde vom KGST in seinem Jahresbericht 2005 aufgenommen.

Über die Jahre fanden regelmäßig Seminare zu gesundheitsrelevanten Themen wie: Umgang mit persönlichen Krisen und Veränderungen, Konfliktmanagement, Stressmanagement, Zeitmanagement, Umgang mit Suchtkranken und Suchtauffälligen statt.

Um Mitarbeiter zum gesunden Umgang mit ihren Körper zu motivieren, erscheint jährlich in Zusammenarbeit mit externen Trägern, wie z. B. Krankenkassen, Volkshochschule, Fitnessstudios die Broschüre „Gesund durch das Jahr“ mit 55 Kursen zur Bewegung, Ernährung und Stressminimierung.

Weitere Angebote wie die kostenlose Grippeschutzimpfung am Arbeitsplatz, Raucherentwöhnungskurse während der Arbeitszeit, Rückenmassagen am Arbeitsplatz werden über das Intranet und durch Flyer angeboten.

Die Durchführung eines Gesundheitstages im Rahmen eines Projektes „Gesünder Arbeiten im Fachbereich Organisation und Personalservice“ trug dazu bei, dass Mitarbeiter über ihre Gesundheit nachdenken. So wurden über gesunde  Ernährung, rückengerechte Bewegung, ergonomische Ausstattung des Arbeitsplatzes und rückengerechtes Arbeiten informiert. Stressbelastungsmessungen, Blutdruck- und Cholesterinmessungen wurden von den Mitarbeitern gern wahrgenommen. Damit auch in anderen Fachbereichen ein Gesundheitstag durchgeführt werden kann, ist ein Handlungsleitfaden zur Organisation eines Gesundheitstages entwickelt worden.


4. Evaluation und Ergebnisse
In Vorbereitung der Einführung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements wurden 2005 Interviews mit 90 ehemals langzeitkranken Mitarbeitern und Führungskräften durchgeführt. Es sollte herausgefunden werden, welche Maßnahmen Langzeitkranken helfen, schnell in das Arbeitsleben zurückzufinden. Die Erfahrungen der Mitarbeiter wurden in der Dienstvereinbarung zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement, die 2005 abgeschlossen wurde, beachtet.

Um das Eingliederungsmanagement schnell und detailliert bekannt zu machen, wurden für Führungskräfte und Mitarbeiter 11 Seminare durchgeführt, 1000 Broschüren zum BEM und zur stufenweisen Wiedereingliederung gedruckt und jeder Führungskraft und Langzeitkranken ausgehändigt.
Seit Einführung des BEM kehrten 85 Langzeit- und chronisch Kranke, sowie 25 schwerbehinderte Mitarbeiter wieder in das Arbeitsleben zurück.
Das Ministerin für Gesundheit und Soziales Sachsen Anhalt zeichnete die Stadtverwaltung Halle (Saale) 2006 für ihr Betriebliches Eingliederungsmanagement mit einer Prämie von 20 000 € aus.

„Ist Gesundheit messbar?“ und „Wie wirkungsvoll sind die eingesetzten Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung?“ - diese Fragen stellte sich das Team im vergangenen Jahr. Im Ergebnis wurden Kennzahlen entwickelt und in einem Katalog zusammengefasst, die nun eine detaillierte Berichterstattung und Vergleichbarkeit mit anderen Verwaltungen ermöglichen.

Die Wirksamkeit der initiierten Maßnahmen, die strategische Ausrichtung und der Krankenstand werden jährlich in einem öffentlichen Gesundheitsbericht dargestellt.

Seit Bestehen des Gesundheitsmanagement hat sich die Anwesenheitsquote der Beschäftigten um mehr als zwei Prozent verbessert.
Die ergonomische Ausgestaltung der Arbeitsplätze verbesserte sich um 30 %.

Wirtschaftlich rechnet sich die Gesundheitsförderung auch. Durch Senkung der krankheitsbedingten Ausfalltage sparte die Stadtverwaltung Halle bereits über 6 Millionen Lohnfortzahlungskosten.

In den nächsten Jahren wird das Thema Gesundheit noch stärker als bisher in betriebliche Prozesse integriert.
Zum Beispiel hat es sich bei der Umsetzung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements und bei anderen gesundheitsbezogenen Maßnahmen gezeigt, dass Führungskräfte eine wichtige Rolle in diesen Prozessen haben. Daher wurde der Einfluss der Führungskräfte auf die Gesundheit der Mitarbeiter im Projekt „Gesünder arbeiten im Fachbereich Organisation und Personalservice“ im Sommer dieses Jahres im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit analysiert. Die Ergebnisse sollen im Herbst die Grundlage für das Aufstellen von Qualitätskriterien für gesundes Führen bilden.

Move Europe-Partner "Stadtverwaltung Halle (Saale)" (PDF, 199 KB)


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