1. Angaben zum Unternehmen und zum Anlass der Gesundheitsaktivitäten

Das St. Josefshaus ist ein Unternehmen im Bereich der Sozialwirtschaft, das bereits seit 1879 existiert und seither im sozialen Dienstleistungssektor die Betreuung und Assistenz für Menschen mit Behinderung wahrnimmt. Seit etwa zwei Jahren ist das St. Josefshaus auch in der Altenhilfe tätig, um dort ein zweites Standbein aufzubauen. Die Einrichtung beschäftigt 939 Mitarbeiter in der Behindertenhilfe und 106 Mitarbeiter in der Altenhilfe (Stand 18.10.2007).
Der Arbeits- und Gesundheitsschutz nimmt einen hohen Stellenwert im Unternehmen ein, um die „Ressource Personal“ lange und gesund im Unternehmen halten zu können. Der Arbeitskreis Gesundheit besteht bereits seit 1998, so dass eine externe Bewertung hilfreich ist, um die getroffenen Maßnahmen aus einer anderen Sicht bewerten zu lassen.
2. Organisation und Ziele der betrieblichen Gesundheitsaktivitäten
Für die Leitung und Steuerung von Gesundheitsmaßnahmen trägt der Arbeitskreis Gesundheit die Verantwortung, wobei Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen wie die Fachkraft für Arbeitssicherheit, der Betriebsarzt, die Mitarbeitervertretung, die Pflegedienstleitung, die Leiterin der Hausreinigung, Vertreter der Altenhilfe und die Personalleiterin des Josefshauses mitwirken. Der Arbeitskreis Gesundheit trifft sich einmal im Quartal, um aktuelle Gesundheitsthemen zu bearbeiten.
Für das Handeln des Arbeitskreises lieferten zum Teil Mitarbeiterbefragungen Erkenntnisse über den Bedarf von Gesundheitsmaßnahmen. Ein Ergebnis davon ist unter anderem die Projektgruppe Rücken. Andere Maßnahmen im Haus sind die freiwillige Grippeschutzimpfung, ein Gesundheitsforum für Mitarbeiter, die Verbesserung der Arbeitslogistik, Gesundheitskurse und Gesundheitszirkel für das Personal, arbeitsplatzbezogene Rückenschulen für das pädagogische Personal. Seit dem Jahr 2006 wird das betriebliche Eingliederungsmanagement regelmäßig angewandt. Die alle zwei Jahre stattfindende Arbeitsplatzanalyse der Sicherheitsbeauftragten liefert wichtige Hinweise zu Entwicklungspotentialen in der Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderung. Jährlich erhalten die Mitarbeiter die keinen Tag krankheitsbedingte am Arbeitsplatz fehlten einen Gutschein in Höhe von 40 Euro, die sie z.B. in eine Massage am Arbeitsplatz einlösen können.
Im Rahmen des jährlich stattfinden Mitarbeiterjahresgespräches werden mit dem Mitarbeiter auch Möglichkeiten der Gesundheitsförderung thematisiert. Die oberste Führungsebene berät zweimal jährlich über Themen der Gesundheitsförderung.
Das Thema ist somit im Qualitätsmanagement nach EFQM, der Personalentwicklung und dem Unternehmensleitbild verankert.
3. Maßnahmen
Das Unternehmen informiert die Mitarbeiter intern zum einen über ein Gesundheitsforum, zum anderen werden allen neuen Mitarbeiter beim Eintrittsgespräch über die entsprechende Gesundheitsbroschüre über die hausinternen Gesundheitsmaßnahmen aufgeklärt.
Neben der mittlerweile alle zwei Jahre stattfindenden Mitarbeiterbefragung liefern Arbeitsplatzanalysen und Auswertungen des Krankenstand wichtige Erkenntnisse zur Optimierung der Gesundheitsförderung. Diese werden einmal jährlich mit der Mitarbeitervertretung thematisiert, sowie die Mitarbeiter über den Verlauf und die Ergebnisse informiert.
4. Evaluation und Ergebnisse
Jährlich wird auf Grundlage des Gesundheitsberichtes der AOK, sowie der Analyse der Fehlzeiten und der Unfallzahlen die Zielerreichung bewertet, sowie die Maßnahmen für das kommende Jahr abgeleitet. Im Vergleich der Mitarbeiterbefragungen aus dem Jahren 1999, 2002 und 2005 wurde u.a. festgestellt, dass sich die Rückenbeschwerden von 47% auf 24,7 % und die Atemwegserkrankungen von 40,9 auf 28 % reduziert haben.
Durch die konsequente Gesundheitsförderung konnte der Krankenstand im Jahr 2006 von 3,4 % auf 3 % gesenkt werden, was zu Personalkosteneinsparungen in Höhe von ca. 100000 Euro führte.
Move Europe-Partner „St. Josefshaus Herten“ (PDF, 117 KB)