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„Gothaer“

1. Angaben zum Unternehmen/Organisation und zum Anlass der Aktivitäten

Logo: Gothaer

Der Gothaer Konzern gehört mit 3,5 Millionen Mitgliedern und Beitragseinnahmen von mehr als vier Milliarden Euro zu den großen deutschen Versicherungskonzernen und ist der größte Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit in Deutschland.

Anzahl der Beschäftigten: 5.730

Als innovatives Dienstleistungsunternehmen wird die Qualität unserer Produkte und Leistungen für Versicherungsschutz, Vorsorgestrategien und Vermögensberatung maßgeblich von der Kompetenz, Zuverlässigkeit und Motivation unserer Mitarbeiter im Innen- und Außendienst bestimmt. Aus diesem Grund bilden die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Beschäftigten die Basis unserer Leistungsfähigkeit.

Konkreter Anlass für unser Engagement im Bereich betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) war der Wunsch vieler Mitarbeiter nach einem Angebot zur Verbesserung ihrer Gesundheit. Dies ging aus der Mitarbeiterbefragung im Jahr 2003 hervor.


2. Organisation und Ziele der Aktivitäten
Die BGM-Leitung im Konzern obliegt dem Vorstandsressort Personal. Planung, Koordination und Umsetzung des BGM-Programms „GoFit“ wird zentral durch die konzerneigene Tochter „MediExpert - Gesellschaft für betriebliches Gesundheitsmanagement“ gesteuert. Der Steuerungsprozess erfolgt in enger Abstimmung mit den einzelnen Konzerngesellschaften sowie den BGM-relevanten Funktionsträgern im Unternehmen. Hierzu zählen neben Personalabteilung und Betriebsärztlichem Dienst die Arbeitssicherheit, die Betriebsräte, die Betriebssportgemeinschaft, der Suchtbeauftragte, die Presse- und Unternehmenskommunikation sowie die Kooperationspartner BKK Gothaer VuD und VBG Berufsgenossenschaft.

Auf Basis regelmäßiger Status- und Bedarfserhebungen werden gemeinsam mit dem regionalen Personalmanagement für jeden Standort zielgruppenspezifische Maßnahmen abgeleitet.

Übergeordnete Zielsetzungen aller Aktivitäten sind die Verbesserung des Arbeitsklimas, die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen, die Steigerung der Produktivität sowie die Senkung der Fehlzeitenquote.


3. Maßnahmen
Alle Aktionen und Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung im Haus der Gothaer laufen unter dem Oberbegriff „GoFit“. So wird eine optimale Transparenz im Rahmen der internen Kommunikation erreicht. Diese wird über verschiedene Kommunikationskanäle realisiert. Dazu zählen Belegschaftsversammlungen, Führungskräfteinformationen, Intranet und Schwarzes Brett, Plakate und Handzettel sowie das Mitarbeitermagazin „Gothaer Journal“.

Alle BGM-Maßnahmen werden einem Evaluationskonzept unterworfen, mit dessen Hilfe die Effekte von GoFit für Arbeitnehmer und Arbeitgeber erfasst werden. Die Statuserhebung als Ausgangsbasis für die Interventionsplanung umfasst drei Ebenen:
Die erste Ebene stellen medizinische Check-up-Untersuchungen dar. Im Rahmen von Gesundheitstagen werden im Unternehmen Screening-Maßnahmen durchgeführt, die Messergebnisse anonymisiert, zusammengestellt und ausgewertet. Durch sich regelmäßig wiederholende Tests (Re-Checks) können die Entwicklung der Belegschaft verfolgt sowie bei Teilnehmern an Interventionsmaßnahmen die Trainingseffekte dargestellt werden.
Die zweite Ebene umfasst die Erhebung der subjektiven Parameter, der so genannten „weichen“ Faktoren. In Form von anonymisierten Mitarbeiter- und Teilnehmerbefragungen können körperliche Beschwerden, gesundheitliche Risikofaktoren, subjektive Effekte von Trainingsmaßnahmen erfasst und das Verhalten am Arbeitsplatz sowie in der Freizeit abgebildet werden. Auf diese Weise gelingt es auch, Reibungsverluste in der Arbeits- und Organisationsgestaltung zu identifizieren, die einem „gesunden Arbeitsklima“ entgegenwirken. Auch hier wird durch wiederkehrende Befragungen der Verlauf dargestellt.
Die Evaluation der quantitativen Effekte in Form eines ökonomischen Controllings bildet die dritte Ebene des Konzepts. Sie erfolgte auf Basis von Fehlzeitenanalysen.

Ein wesentlicher Bestandteil des GoFit Konzepts liegt in der nahtlosen Verzahnung von Analyse- und Interventionsmaßnahmen. So wurden beispielsweise zum Start eines Rücken-Projekts Ursachen für Rückenbeschwerden analysiert. Den von Schmerzen betroffenen Mitarbeitern wurden im Rahmen der anschließenden Präventionsberatung direkt bedarfgerechte Interventionsangebote unterbreitet. Hierbei kamen sowohl Maßnahmen aus dem Bereich der Verhaltensprävention (in Kurs- und Seminarform) als auch der Verhältnisprävention (in Form von ergonomischen Coachings am Arbeitsplatz sowie Führungskräftetrainings) zum Einsatz.

Kurzdarstellungen weiterer Projekte:
Im Rahmen der Aktion „Sicher fühlen“ bot die Gothaer Ihren Mitarbeiterinnen in Kooperation mit der Krebsgesellschaft NRW Seminare zur Früherkennung von Brustkrebs an.

Ende April 2007 drehte sich im Unternehmen eine ganze Woche lang alles um das Thema Gesundheit. Mit einem umfassenden Angebot an Test- und Beratungs- und Schnupperangeboten in der „GoFit Woche“ gelang es, mehr als 40 Prozent der Mitarbeiter zu mobilisieren und mit qualifizierten Informationen zur Verbesserung ihres Gesundheitsstatus zu versorgen (Hilfe zur Selbsthilfe).

Am 24.04.07 veranstalteten die Gothaer Krankenversicherung und MediExpert den
„1. GoFit Kongress zur betrieblichen Gesundheitsförderung“, ein Forum zum Wissens- und Erfahrungsaustausch für BGM-Akteure aus Mittelstands- und Großunternehmen.

Abb. 1 + 2: GoFit Konferenz am 24.04.2007; Vortrag Dr. Thomas Wessinghage

Zum Thema Suchtprävention offeriert das Unternehmen seiner Belegschaft in regelmäßigen Abständen Raucherentwöhnungskurse.

Aktuell ist gerade eine Kampagne für gesündere Ernährung und mehr Bewegung im Alltag angelaufen. Auf eine Statusanalyse in Form von Risikoprofilermittlung zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Körperfettmessung und Ausdauertest folgt das Angebot einer individuellen Ernährungsberatung. Im Rahmen einer Kantinen-Aktion wurden die Mitarbeiter für die Zusammensetzung der angebotenen Nahrungsmittel sensibilisiert. Gesunde Gerichte werden zudem besonders gekennzeichnet. Daneben erfolgte der Verweis auf spezielle Ausdauertrainingsangebote zur Verbesserung des gesundheitlichen Status.


4. Evaluation und Ergebnisse
Durch die konsequente Umsetzung des GoFit Konzepts im ständigen Dialog mit den Mitarbeitern gelang es, die gesetzten Ziele zu erreichen, die nachhaltige Wirksamkeit der beschriebenen Maßnahmen zu dokumentieren und einen „Return of Investment“ nachzuweisen.

So konnte bei der Interventionsgruppe des Rücken-Projekts eine signifikante Verbesserung der physikalischen Fitness der Rumpfmuskulatur belegt werden. Damit verbunden waren eine subjektiv empfundene Abnahme von Stress-Symptomen und ein Rückgang von Rückenbeschwerden. Zudem gaben mehr als 60 Prozent der aktiven Probanden bei der Post-Befragung an, sich für eine „bessere Bewältigung des Berufsalltages“ gerüstet zu fühlen.
Die vergleichende Fehlzeitenauswertung von Interventions- und Vergleichsgruppe (siehe Abb. 3) zeigt, dass vermehrt Mitarbeiter mit höherem Krankenstand den Weg in die Kursprogramme fanden. Im ersten Auswertungszeitraum (Z1), der die 12 Monate vor Programmbeginn umfasste, lag die Fehlzeitenquote der späteren Interventionsteilnehmer noch rund 5 Prozent über dem Wert der Gesamtbelegschaft. Während der ersten 12 Programm-Monate (Z2) lag die Fehlzeitenquote der Kursteilnehmer bereits um ca. 5 Prozent unterhalb des Niveaus der Vergleichsgruppe und sank im Verlauf der nachfolgenden Jahre nochmals um ca. 20 Prozent. Die durchschnittliche jährliche Steigerung betrug somit ca. 10 Prozent, bei einem Gesamtwert von 30 Prozent. Diese Daten bestätigen den positiven Effekt, was die Erhebung von medizinischen Werten und Angaben zur Arbeitsplatz-Zufriedenheit nur vermuten ließen.

Grafik: Auswertung der Fehlzeiten von Teilnehmern an Interventionsmaßnahmen (grün) und Nichtteilnehmern (blau – als Nulllinie indexiert)
Abb. 3 : Auswertung der Fehlzeiten von Teilnehmern an Interventionsmaßnahmen (grün) und Nichtteilnehmern (blau – als Nulllinie indexiert)

Die Gothaer plant, ihr betriebliches Gesundheitsmanagement in den kommenden Jahren weiter auszubauen. Das wird besonders durch die Unterzeichnung der Luxemburger Deklaration zur betrieblichen Gesundheitsförderung in der Europäischen Union im Jahre 2007 dokumentiert.

In Zukunft will die Gothaer ihr Know-how im Bereich Gesundheitsmanagement auch ihren Firmenkunden zur Verfügung stellen. Der “Gothaer Firmenservice“ bietet interessierten Unternehmen ein umfassendes Versorgungspaket.

Move Europe-Partner "Gothaer" (PDF, 45 KB)


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