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„Bundesamt für den Zivildienst“

1. Angaben zum Unternehmen und zum Anlass der Gesundheitsaktivitäten

Logo: Bundesamt für Zivildienst (BAZ)

Das BAZ wurde 1973 ins Leben gerufen und gehört als Bundesoberbehörde zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Der gesetzliche Auftrag des Bundesamtes ist die sachgerechte Durchführung des Kriegsdienstverweigerungsverfahrens und des Zivildienstes. Die wesentlichen Aufgaben bestehen in der Heranziehung, der Betreuung und der Bildung der Zivildienstpflichtigen sowie in der Zusammenarbeit mit den Beschäftigungsstellen und Wohlfahrtsverbänden.

Die Zentralverwaltung befindet sich in Köln (750 Beschäftigte), hinzu kommen die über die gesamte Republik verteilten Außenstellen (350 Beschäftigte): die Regionalbetreuer/innen und Zivildienstgruppen organisieren die Verwaltungsaufgaben vor Ort; in 20 Zivildienstschulen erhalten die Zivildienstleistenden Einführungslehrgänge.

Anlässlich des hohen Krankenstandes wurde im Dezember 1998 auf Initiative des Gesamtpersonalrats mit Aktivitäten zur Betrieblichen Gesundheitsförderung begonnen.

 

2. Organisation und Ziele der Aktivitäten 
Als Steuerungsgremium wurde ein Arbeitskreis BGF ins Leben gerufen, dem folgende Funktionsträger/innen angehören: Abteilungsleitung Zentralverwaltung, Referatsleitungen Personal sowie Personalentwicklung; Mitglieder des örtlichen Personalrats Köln und des Gesamtpersonalrats, Vertrauensperson der Schwerbehinderten, Gleichstellungsbeauftragte, Sozialberater, Arbeitsschutz, ärztlicher Dienst, Betriebssport, Repräsentant der Außenstellen.

Im Sommer 2004 wurde eine bei der Leitung des Hauses angebundene Stabsstelle BGF eingerichtet, dessen Leiter gleichzeitig als Leiter des AK BGF fungiert. Die erstmals 2001 abgeschlossene Dienstvereinbarung BGF wurde 2005 den neuen Strukturen angepasst.

Darin heißt es u. a.: „Mit ihren Schwerpunkten Prävention, Selbstverantwortung und freiwillige Teilnahme bildet die BGF eine eigenständige Säule im Betrieb. Im Hinblick auf die inhaltlichen Schnittstellen mit den Modernisierungsbemühungen im BAZ und seinen Außenstellen wirkt sie gleichzeitig nach dem Prinzip der Synergie mit ihnen zusammen. Verwaltungsmodernisierungs- und Personalentwicklungsmaßnahmen beinhalten erfahrungsgemäß zahlreiche Veränderungen im Arbeitsleben aller Beschäftigten. Die BGF ist gleichermaßen Bestandteil und Begleitung dieses Prozesses. Daraus resultiert ihre besondere Bedeutung und eine besondere Verantwortung für alle Beteiligten.“

Die BGF ist an allen gesundheitsrelevanten Maßnahmen der Behörde beteiligt, insbesondere auch an der Formulierung von Dienstvereinbarungen (z.B. Arbeitszeit, Ergonomie/Bildschirm-arbeit, Konfliktmanagement, BEM, Nichtraucherschutz u. a.).

 

Aufzugsfreier Tag

3. Maßnahmen 
Sämtliche Maßnahmen der Verhaltens- und Verhältnisprävention fußen auf den Prinzipien der Luxemburger Deklaration; besonderer Wert wurde von vornherein auf die Einbeziehung der eigenen Ressourcen gelegt, weshalb ein großer Teil der Anleitungen von Bewegungs- und Schulungsaktivitäten (v. a. im Bereich Kommunikation, Präsentation, Stressbewältigung) von Beschäftigten mit entsprechenden Qualifikationen wahrgenommen werden.

Die Analyseinstrumente Gesundheitsberichterstattung, Arbeitsplatzbegehungen, Mitarbeiter-befragungen, qualitative Interviews und Feedbackabfragen aller Angebote finden regelmäßig statt. Ihre Ergebnisse sind Bestandteil der Diskussion auf allen Hierarchie-Ebenen.

Aufgrund der ganz überwiegend sitzenden Verwaltungstätigkeit kommt dem Aspekt Bewegung bei der Verhaltensprävention Priorität zu, ohne die Bereiche Ernährung, Sucht und Stressbewältigung zu vernachlässigen. Die Palette reicht von in die Arbeitszeit integrierte Ausgleichsübungen, einen aufzugsfreien Tag/Woche über Walking- und Lauftreffs bis zu Angeboten wie Golf, Klettern und Kanufahren.

Nordic Walking

Gleichzeitig werden Kompaktseminare („Fit am Arbeitsplatz“) und Veranstaltungen mit sachkundigen Referent/inn/en (Ernährung, Demographie, Krankheitsbilder) ebenso angeboten wie zielgruppenspezifische Inhouse-Schulungen (Gesundheit und Führung, Brustkrebs für Frauen/ Prostata für Männer, Reha-Messenbesuch für Schwerbehinderte, Stimmtraining für Dozenten,  „Benehmen im Büro“ für Azubis u. a. m.).

Beschaffung Transporter mit Stehhöhe

Im Bereich der Verhältnisprävention gab und gibt es besondere Impulse im Bereich Ergonomie (Beschaffung Transporter mit Stehhöhe; Handgelenkstützen zur Vermeidung des RSI-Syndroms), des Audits Familie und Beruf, der Leitbildentwicklung und des Qualitätsmanagements sowie Bemühungen zur Einführung der Vorgesetztenbeurteilung. Zunehmend werden kulturelle Elemente in die BGF eingebaut.

Auf die stetige Fortbildung der Mitglieder des AK BGF als Experten im Haus wird ebenso Wert gelegt wie auf die Kooperation mit externen Fachleuten und Praktikern (Mitgliedschaft im Netzwerk „Unternehmen für Gesundheit“ sowie des Netzwerks BGF im Westdeutschen Betriebssportverband; im Koordinatorenkreis des Forums Öffentlicher Dienst im DNBGF; Koordination des Netzwerks BGF der Bundesbehörden; Initiator des „Runden Tisches BGF in Köln“).

 

4. Evaluation und Ergebnisse
Die Betriebliche Gesundheitsförderung in der Zentralverwaltung und in den Außenstellen ist bei der Führung des Hauses (Einrichtung der Stabsstelle bei der Leitung des Hauses) und den Beschäftigten nicht nur akzeptiert sie ist gewollt und wird unterstützt durch zahlreiche Vorschläge für Aktivitäten und zunehmend gute Beteiligung bei den Angeboten, insbesondere auch im Rahmen der alle drei Jahre stattfindenden Gesundheitstage (1 Woche).

Ergebnisse der Beschäftigtenbefragung „Standpunkte 2005“

(Ergebnisse der Beschäftigtenbefragung „Standpunkte 2005“)

Der Krankenstand ist von über 8% im Jahre 2000 auf knapp über 6% im Jahre 2006 zurückgegangen, wobei die Altersgruppe der 40 – 55 Jährigen die gesundheitlich stabilste Gruppe darstellt (Altersdurchschnitt derzeit 47,3 Jahre). Diese Gruppe wird in 10 Jahren 2/3 der Belegschaft ausmachen und bedarf daher weiterhin der „besonderen Pflege“.

Artikel: Thema: Gesundheitsförderung durch Sport. Erfolgreiche Tage im Bundesamt 
              für den Zivieldienst, 2005 (PDF, 250 KB)

Move Europe-Partner "Bundesamt für den Zivildienst" (PDF, 29 KB)

 

 


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